From: Robin Frederik Strunz <rfs@nwts.gl.eunet.de>
Subject: Mobilitaet kennt keine Grenzen
Date: Tue, 29 Apr 1997 15:04:00 +0200

Ein Hamster-Laufrad, im Prinzip nur als Folterinstrument sado-masochistischen
Ursprungs zu deuten, bietet dem Laufenden doch eine geringe Moeglichkeit der
Selbstverwirklichung. Der aufgeklaerten Konsumgesellschaft mag diese
vorgetaeuschte Freiheit zwar gering erscheinen, doch sind Beschwerden von
Seiten der Hamster bisher nicht vorgetragen worden. Sind sie nicht die
besseren Menschen? Keine Depressionen, kein Beklagen ueber fehlende
Zukunftsperspektiven und auch keine Diaetenerhoehungen. Bis auf eine fehlende
Triebkontrolle, insbesondere im Bereich der Fortpflanzung, lassen sich keine
negativen Eigenschaften feststellen. Der Nahrungsbedarf erscheint gering, im
Gegensatz zum derzeit amtierenden Bundeskanzler.
Ein direkt sichtbarer Nachteil - das fehlende Bewusstsein von der Existenz
sanitaerer Einrichtungen, erscheint in Hinblick auf die vielen
Arbeitslosen, die im Bereich der Raumpflege eingesetzt werden koennten,
von nicht besonders grosser Bedeutung.
Tatsaechlich sind bereits erste Versuche in Richtung eines besseren Menschen
auf Hamsterbasis gestartet worden, welche allerdings aus verschiedenen
Gruenden fehlschlugen. Die Implantierung eines humanoiden Gehirns in den
Koerper eines Hamster fuehrte zu einer unschoenen Aufblaehung und einer
gleichzeitigen Demonstration diverser Tierschutzorganisationen, die erst mit
einem aus Steuergeldern bezahltem Massaker von der Polizei niedergeschlagen
werden musste.
Auch Versuche in umgekehrter Richtung waren nicht von Erfolg gekroent, wie
man an fuehrenden bayerischen Politikern feststellen musste, deren
Bundestagsmandat man im Prinzip wieder entziehen muesste, um eine artgerechte
Haltung zu gewaehrleisten.

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