From: dauer@luebeck.netsurf.de (Ina Dauer) Subject: Re: Verbot! Date: Mon, 25 Oct 1999 13:05:00 +0200 Bernhard Schultz schrieb am 20 Oct 1999 19:36:00 +0200: >>>Dafür ist jetzt der gesamte Zusammenhang verschwunden. Und somit kann >>>die Kontextzerstörung als so gut wie abgeschlossen angesehen werden. >>Also koennen wir uns nun einem anderen Thema zuwenden. > >Ich würde das Thema "EOTT und seine Folgen in der Gesellschaft" empfehlen EOTT - Diese Abkuerzung steht in der Realitae[tm] fuer das 'Ende offener Teil-Texte'. Anhand eines Beispiels wird unter zuhilfenahme eines metaphorischen Vergleichs die Entstehung und das Ende demonstriert. 1. Wie entstehen Teil-Texte? Teil-Texte, von einigen auch als Teilfaeden bezeichnet, entstehen oft unerwartet durch vorbeiziehende Fremde die meist unwissend, wichtige Fragen in der einzig wahren GABELN[tm] als zarte Pflaenzchen zuruecklassen, wie z.B. diese: wer besorgt's mir? eisbergsurfer@my-deja.com 2. Das Wachstum. Was passiert nun mit diesem zarten Pflaenzchen? Zunaechst wird es von den Mitarbeitern vorsichtig beaeugt und analysiert, denn nicht jeder dieser Texte eignet sich fuer die Aufzucht. Wurde es aber als stark genug befunden, so wird sich sehr schnell jemand finden, der eine Antwort oder einen kurzen Kommentar zu dieser Frage abgibt. Die ersten Knospen beginnen zu spriessen. Nach und nach beteiligen sich immer mehr Mitarbeiter, auf der Suche nach Teilwahrheiten, die in der urspruenglichen Frage verborgen sein moegen, an der Dikussion. Das einst schwache Pflaenzchen beginnt zu wachsen und breitet schon bald seine kraeftigen Aeste aus. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass die urspruengliche Frage nur das Samenkorn war, welches durch die Antworten und Beitraege der Mitarbeiter veredelt wurde. So ist es also nicht uneublich, dass sich schon nach kurzer Zeit ein kraeftiger Diskussions- und Textbaum entwickelt hat, der mit seinen vielen Veraestelungen fuer immer neuen Gespraechsstoff sorgt. Wobei die Mitarbeiter natuerlich niemals den wahren Sinn aus den Augen verlieren: die Suche nach unentdeckten Teilwahrheiten. Doch nichts waehret ewiglich. 3. Das Ende Ist ein Diskussionsast an die Grenzen seines Wachstums gestossen, das letzte Aestchen, das letzte Blatt erreicht, sind alle Teilwahrheiten entdeckt und jede Konditionierung ausgeschoepft, ja droht sogar die Wortlosigkeit, dann naht der Augenblick des Abschieds. Ein schwerer Moment fuer alle Beteiligten, denn sie waren es, die diesen Baum, diesen Ast gehegt und gepflegt haben. Doch irgendwann fallen diese bedeutungsschweren Worte: EOTT - das Ende! Schmerzlich. Um eine sinnvolle Trauerarbeit zuzulassen, wird dieses wertvolle Stueck nicht einfach nur sich selbst ueberlassen - nein. Der Ausspruch dieser Worte ist ein Zeichen fuer ein wuerdevolles Begraebnis durch den Pfarrer. Waehrend dieser Zeremonie wird ein Abschied ermoeglicht, der es den Verbliebenen einfacher macht, weiterzuleben. 4. Die Bedeutung So schmerzlich auch jedem dieser Gesellschaft diese Worte fallen moegen, denn sie bedeuten das Ende eines oft fruchtbaren Gespraeches, so eindeutig klar ist auch jedem, dass diese Zeit irgendwann einmal kommen musste. Sie erinnert uns daran, dass jedes Ende auch einen neuen Anfang in sich birgt, dass wir die gefundenen Gedankengaenge in unserem Herzen und unserem Hirn bewahren sollten, damit wir unserem einzigen und wahren Ziel[tm] ein Stueck naher kommen. EOTT! Ina